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Hilfe für Haiti

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Medium: 
Schwäbische Zeitung
Datum: 
05.02.2010 (All day)

Hilfe für Haiti

„Uns geht es gut -- wir müssen helfen“

Bad Waldsee - Die schrecklichen Bilder aus Haiti haben in Bad Waldsee eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Allein die vier Schulen des Bildungszentrums haben in nur wenigen Tagen rund 6350 Euro für die Erdbebenopfer gesammelt. Übergeben wurden die Gelder jetzt an Fürstin Elisabeth und ihre Stiftung „Jugend Dritte Welt“ sowie Professor Hermann Klein vom Verein „Hilfe für Haiti“.

Von unserem RedakteurMichael Kaiser

Beide Organisationen sind seit Jahrzehnten in der Haiti-Hilfe tätig und garantieren einen „Direttissimo-Kontakt“, wie Fürstin Elisabeth bei der Übergabe der Spendengelder in der Döchtbühlschule sagte. Also eine Hilfe, die ohne Umwege und vor allem ohne große „Nebenkosten“ für Verwaltung bei den hilfsbedürftigen Menschen ankommt. Hermann Klein betonte, dass auch alle Flüge seiner Organisation „privat bezahlt“ würden. Alles sei „ganz durchsichtig und offen“. Die Spendengelder gingen „zu 100 Prozent nach Haiti“.

Günter Aßfalg, Gastgeber der „Spendengala“, freute sich auch im Namen seiner Schulleiterkollegen über die „stolze Summe“, die am Bildungszentrum innerhalb kürzester Zeit zusammengekommen ist. „Das ist wie Weihnachten“, sagte Aßfalg und lobte vor allem die Schülerinnen und Schüler für ihr Engagement. Normalerweise seien es ja die Schulen, die an Geld zu kommen versuchten, dieses Mal, so der Leiter der Döchtbühlschule, „dürfen wir es verteilen“. Und das nicht zu knapp: Die Stiftung „Jugend Dritte Welt“ konnte einen Scheck über 3849 Euro und sechs Cent in Empfang nehmen, der Verein des Berger Professors 2500 Euro. Die Gelder sind bereits nach Haiti unterwegs. Das ist auch Günter Aßfalg ganz wichtig. „Wir wollten es jemand geben, der weiß, wohin das Geld fließt. Und wo es gebraucht wird.“

Hermann Klein weiß das ziemlich genau. Er engagiert sich seit fast 30 Jahren für Haiti, zunächst mit der katholischen Kirchengemeinde in Berg (bei Ravensburg), seit 1997 als Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Haiti“. Das ärmste Land Lateinamerikas, nicht einmal ganz so groß wie Baden-Württemberg und nur wenige Kilometer vom Urlaubsparadies Dominikanische Republik entfernt, hat ihn nicht mehr losgelassen, seit er dort ein Kind adoptieren wollte. Mittlerweile ist Klein in zweiter Ehe mit einer Haitianerin verheiratet. Sie stammt aus der Region La VallÌ©e de Jacmel, die aufgrund ihrer Höhenlage nicht ganz so schlimm von dem Erdbeben heimgesucht wurde. Haiti bedeutet übersetzt „Bergland“.

Die Haiti-Hilfe der Waldseer Schulen soll möglichst keine Eintagsfliege bleiben. Die anwesenden Schulleiter – neben Aßfalg Dr. Wolfram Winger vom Gymnasium und Josef Forderer von der Förderschule – setzen auch hier auf Nachhaltigkeit. Für die Schülerinnen Luisa Klingele, Sarah-Isabella Koch und Nina Herrmann, die mit Verbindungslehrer Dirk Klippel die Realschule vertraten, ist das sowieso keine Frage. Ihre beste Freundin kommt aus Haiti und hat alles verloren. „Wenn man sieht, wie gut es uns hier geht, muss man einfach helfen“, sagen die drei Mädchen.