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Kinder-Olympiade 2009

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Medium: 
Schwäbische Zeitung
Datum: 
21.09.2009 (All day)

Kinder-Olympiade

(Unser Gymnasium war unter anderem mit einer Schachstation bei der Kinderolympiade beteiligt!)

Kinder spielen für Madagaskar

Bad Waldsee - Am Anfang war das olympische Feuer, am Ende schwebten hunderte weiße Ballons als Friedensgruß in den Himmel über der Stadt. Dazwischen gab es jede Menge Glücksmomente für die Kinder in Bad Waldsee. Den Straßenkindern in Madagaskar haben am Samstag bestimmt die Ohren geklingelt, denn der tolle KiOly-Tag trägt dazu bei, dass sie zur Schule gehen können.

Von unserer MitarbeiterinDagmar Brauchle

„Auch wenn sie arm sind – die Kinder in Madagaskar lachen viel. So wie ihr heute. Und sie wollen lernen und etwas aus ihrem Leben machen. Es ist eine tolle Sache, dass die Kinder in Madagaskar eine Schule bekommen und dadurch ausgezeichnet werden. So wie ihr heute durch eine Goldmedaille ausgezeichnet werden.“ Pater Mauricio Luciano, ein Salesianer Don Boscos, ist auf Madagaskar, genauer gesagt in Ankililoaka, für 16 Dorfschulen und drei große Krankenstationen verantwortlich. Zurzeit ist er auf Heimaturlaub in Italien, deshalb konnte er bei der KiOly, der 2. Kinder-Olympiade in Bad Waldsee, dabei sein.

Er hat am Samstag – wie Hans-Jürgen Dörrich, Geschäftsführer der Stiftung Jugend Dritte Welt - miterlebt, mit welchem Eifer mehr als 700 Kinder bei der Sache, wie viele Eltern auf den Beinen und Helfer im Einsatz waren, um diesen Tag so gelungen werden zu lassen. „Wenn es darum geht, etwas Gutes zu tun, stehen in Waldsee alle zusammen“, sagte Barny Bitterwolf, der auf dem Rathausplatz durch den Tag führte. Ausgestattet mit einem blauen Freundschafts- und Segensband von Jugendseelsorger Matthias Winstel schwärmten ganze Familien zu den 60 Mitmach-Stationen aus. Ob Löwen füttern, Eierlauf oder Einrad fahren – es kam nicht darauf an, besser als die anderen zu sein. Man war schließlich bei Olympia und dabei sein daher alles.

Wasserballons auf`s Nagelbrett schleudern, Kirschkerne spucken, rudern, golfen, Bogen schießen oder sicher angeseilt Bierkisten hochstapeln. Mit einer Augenbinde die dunkle Welt blinder Mitmenschen erspüren und dabei merken, wie gut man es hat, weil man dabei ein bisschen schummeln kann. Für jede absolvierte Station gab es einen Stempel auf die Startnummer und am Ende für jedes Kind eine Goldmedaille.

MdL Paul Locherer war zur Siegerehrung angereist und stieg auch ins Drachenboot. Die den Rhythmus vorgebenden Trommelschläge hallten übern See, am Ufer klatschten und jubelten die Schlachtenbummler, in den Straßen ertönten Schalmeien, Fanfaren und Dudelsäcke. Aus allen Bereichen waren Helfer und Mitwirkende auf den Beinen. Schulen, Kindergärten, Vereine und Gruppierungen waren mit von der Partie.

Europa-Miniköche

Die einen musizierten, andere betreuten die KiOly-Stationen, die einen verkauften Lose, andere sorgten für Kaffee und Kuchen. Auch Triathlet Daniel Unger kam auf einen Sprung vorbei und überreicht Benno Schultes seine Originalstartnummer von Peking, sein Weltmeister-Trikot und ein WM-Plakat zur Versteigerung für den guten Zweck. Die Europa-Miniköche aus Tübingen verwöhnten mit Maultaschen, Kartoffelsalat, Frucht-Lollies und ihrem flotten Miniköche-Lied. Ihre erwachsenen Kollegen vom Kochclub Oberschwaben servierten auf der Hochstatt Madagaskar-Pfanne und Olympia-Pizza. Nach ein paar turbulenten Stunden war vorbei, wofür das Team um Initiatorin Elisabeth Fürstin zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee ein Jahr lang organisiert und vorbereitet hatte.

Pfarrerin Katharina Rilling und Pfarrer Richard Schitterer leiteten die Abschlussfeier auf dem Rathausplatz, bei der hunderte weiße Luftballons als Friedensgruß in den Himmel geschickt wurden. Für jede Karte, die zurück nach Waldsee geschickt wird, spendet Baby-Walz 50 Cent.

Mal sehen, wie viel dieses Mal alles in allem im Spendentopf landet. Bei der 1. KiOly vor vier Jahren waren es stolze 36 000 Euro für ein Straßenkinder-Projekt in Indien.