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Zwölftklässler retten die Party

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Medium: 
Schwäbische Zeitung
Datum: 
10.02.2010 (All day)

Trotz DJ-Konkurrenz bleibt es bei Ü 16-Fete

Narrenzunft: „Zwölftklässler retten die Party“

Bad Waldsee - Die Narren halten an ihrem Fahrplan fest: Trotz der „Konkurrenz“ mit lokaler DJ-Prominenz im „Scala“ steigt am kommenden Montag die Fasnetsparty für junge Leute in der Schwemme – auch dank der Zwölftklässler des Gymnasiums, die der Zunft zur Hand gehen. Nächstes Jahr sollen auf jeden Fall bereits Jugendliche ab 14 auf ihre Kosten kommen.

Von unserem RedakteurMichael Kaiser

Es ist wie verhext: Da bemüht man sich, ringt mit der Bürokratie, kriegt dann doch noch die Kurve – und plötzlich klopft die Konkurrenz an die Tür. Zunftrat Werner Gros, der die Party am Fasnetsmontag mit seinem Kollegen Franz Müller plant, wollte es nicht glauben, als er gestern die Zeitung aufschlug und von der „Konkurrenzveranstaltung“ im Haus am Stadtsee las. Gros spricht von „Störfeuer“ und lässt durchblicken, dass die Narrenzunft ihre Party wohl abgeblasen hätte, hätte sie früher von dem DJ-Auftritt im Scala gewusst, vor allem, dass dort ebenfalls junge Leute ab 16 Einlass finden.

So bleiben bei der Zunft „gewisse Irritationen“. Doch mehr noch hat der Studiendirektor die Stadt im Visier. „Mir stinkt“, sagt Gros, „dass die Stadt uns die Konzession nur ab 16 gibt“. Die Verwaltung habe gegenüber der Zunft damit argumentiert, dass grundsätzlich kein Alkoholverkauf möglich sei, wenn 14- oder 15-Jährige in der Schwemme Einlass finden. Werner Gros sieht darin einen „Widerspruch“ auch zum städtischen Jugendhaus, wo es zumindest „Bier auf Ausweis“ gebe – auch im Beisein von jüngeren Gästen.

Doch der Zunftrat will jetzt nicht weiter nachkarten. Er hat am Dienstagmorgen noch zwei Stunden Sport unterrichtet und ist gerade auf dem Sprung zu den Sammlern. Gros freut sich, dass die Fete am Fasnetsmontag doch noch zustande gekommen ist und lobt besonders seine Gymnasiasten: „Die Zwölftklässler haben die Party gerettet.“

24 Schüler des Gymnasiums, alle mindestens 18 Jahre alt, stehen der Zunft vor allem beim Ausschank zur Seite, darunter auch Mitglieder von Young Culture. Hinzu gesellen sich professionelle Security-Kräfte. Die Zunfträte selber sitzen an der Kasse und wollen auch sonst nach dem Rechten schauen.

Auch für Young Culture hat Werner Gros mittlerweile Verständnis. Zwei große Veranstaltungen könne der Jugendverein eben nicht stemmen. Der Überschuss aus der Schwemme-Veranstaltung kommt übrigens der Abi-Kasse der Noch-Zwölftklässler zugute.

An ihren „Zielen“ für die Fasnet 2011 will die Narrenzunft festhalten. Man wolle im nächsten Jahr auch Jugendlichen ab 14 ein Angebot machen, sagt Werner Gros, und „auf jeden Fall abdecken, was der Kinderschutzbund nicht macht“. Er kann sich dann durchaus vorstellen, nicht in einem städtischen Gebäude zu feiern, sondern beispielsweise in einem Zelt. Außerdem will die Zunft dann endlich die Wirte mit ins Boot nehmen. Doch das sei eine „Sache für nach der Fasnet“, lacht Werner Gros, „jetzt ziehen wir das am Montag erst mal durch“.

Jugendhaus wird aktiv

Indirekt hat sich mittlerweile auch das in der Schusslinie stehende Jugendhaus zum Thema Alkohol und Alkoholprävention zu Wort gemeldet. Auf Initiative von Jugendhaus- und Schulmensa-Mitarbeiterin Carmen Sommer sind auf dem Döchtbühl gestern zur besten Mittagessenszeit schmackhafte Saftcocktails ausgeschenkt worden – natürlich ganz ohne Alkohol. An die 600 Drinks wurden so an den Schüler und die Schülerin gebracht, vor allem „Blue Ocean“ (mit Curacao Blue-Sirup, Limettensaft und Bitter Lemon) sowie „Moonlight“ (Mandelsirup, Sahne, Orangen- und Maracuja-Saft). Als Bardamen traten Schülerinnen des Schulzentrums auf. Außerdem sponserte das Jugendhaus im Vorfeld Unterrichtsmaterialien zum Thema Alkohol und Jugend.